August 2012 - Tour nach Luxemburg


Es wird mal wieder Zeit für eine kleine Reise mit meiner Ape. Etwas Besonderes soll es nicht werden, einfach nur mal ein kleiner Wochenendtrip. Als Ziel habe ich mir die Mosel ausgesucht sowie einen Ausflug nach Luxemburg. Ich war zwar schon oft an der Mosel, einige Male mit der weißen und auch schon mit der schwarzen Ape, aber trotzdem lohnt sich eine Fahrt dorthin immer wieder. In Luxemburg war ich erst im letzten Jahr, als ich mit meinem jüngsten Sohn, zusammen mit der Ape, von Paris kam. Da Luxemburg nicht so weit entfernt liegt von der Eifel, habe ich mir vorgenommen, einen kleinen Ausflug dorthin zu machen.

 

Freitag, 10.08.2012

Um 07:15 Uhr starte ich meine Tour. Der Tacho der Ape zeigt den Kilometerstand 7403 an. Die Tanks von Benzin und 2-Takt-Öl sind randvoll gefüllt, der Luftdruck der Reifen gecheckt, alle Sachen in den Schränken ordentlich verstaut.

Tachostand:

Das Wetter spielt bestens mit. Der Himmel ist herrlich blau, keine Wolke weit und breit. Die STEAG in Voerde, das modernste Kohlekraftwerk Europas, gibt ein schönes Bild ab inmitten der dort schönen Landschaft.

Ich fahre mit der B 8 zunächst in Richtung Duisburg und entschließe mich in Dinslaken dazu diesmal die Stadtautobahn 59 bis nach Düsseldorf zu fahren. Zum Einen deshalb, weil hier die Geschwindigkeit zum großen Teil sowieso auf 60 km/h, bzw. 80 km/h reduziert ist und ich mit meiner langsamen Ape dementsprechend kein großes Hindernis bin und zum Anderen, weil ich dadurch erheblich Zeit sparen werde, weil ich nicht quer durch Duisburg fahren muss. Der Entschluss ist gefasst und wird in die Tat umgesetzt.

Hier kurz vor der Abfahrt zum Bahnhof Duisburg.

Ich näher mich Düsseldorf, die ersten startenden / landenden Flugzeuge zeigen sich.

Eventuell liegt es an den noch vorhandenen Ferien, dass in Düsseldorf sehr wenig Verkehr herrscht und ich dort schnell durchgefahren bin.

 

Eine Rheinbrücke in Düsseldorf

 

Ich streife Neuss und komme auch an dem Fortbildungsinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen vorbei, bei dem ich beruflich schon so einige Wochen verbracht habe.

Die Umgebung von Neuss ist landschaftlich sehr schön zu betrachten. 

 

Mein neues Navi führt mich diesmal anders als sonst. Ich fahre heute nicht in Richtung Dormagen, sondern werde ich Richtung Grevenbroich geführt. Warum, weiß ich nicht. Ich mache mir da auch keine näheren Gedanken drum und fahre einfach weiter.

Von Weitem schon sehe ich das RWE-Werk im Rhein-Erft-Kreis, welches sich auf Grund  seiner enormen Größe von der Landschaft abhebt. Ein gigantisches Bauwerk, von dem man sich beim Vorbeifahren regelrecht erschlagen fühlt.

Weiter geht es durch traumhafte Landschaft mit vielen kleinen, malerischen Dörfern deren Namen ich mir erspart habe zu notieren, die ich aber fotografisch festgehalten habe. Einige Impressionen...

Gut, dass dieses Schild dort bergauf stand. Ich bin direkt vom Gas gegangen. Statt mit 10 km/h bin ich nur noch 5 km/h gefahren.... Liebes Verkehrszeichen - "Ich kann gar nicht anders !" :))

Gegen 13:00 Uhr komme ich an der Mosel an, fahre zunächst bis zu dem Ort Ernst, in dem der Winzer wohnt bei dem wir immer Wein einkaufen und mache zunächst eine kleine Pause.

Ich fahre weiter und lege in Senhals einen kleinen Stopp an der dort angeblich verfluchten Ruine ein und schau sie mir wieder mal von außen an. Ein interessantes Bauwerk, das in der dortigen Gegend für die unglaublichsten Geschichten sorgt...

In St.Aldegund fahre ich auf den Berg zu dem dortigen Heinrich-Raulwing-Platz. Von dort hat man eine super Aussicht über den Ort selbst sowie die Umgebung.

Ich übernachte ich in Bad Bertrich. Da es schon dunkel ist als ich dort ankomme, habe ich mir vorgenommen, am nächsten Tag ein Foto meiner Übernachtungsstelle zu machen. Es kommt aber ganz anders. 


Samstag, 11.08.2012

Ich werde wach, weil es im Kasten sehr warm ist und ich das Gefühl habe, es müsste schon recht spät am Morgen sein. Ich bin hellwach und wundere mich, dass kein Licht durch die Belüftungsschlitze kommt. Ich schaue auf mein Handy und glaube es kaum- es ist erst 03:19 Uhr !

Da ich aber ausgeschlafen bin, beschließe ich, auf zu stehen. Ich räume also alles auf und  überlege wohin es gehen könnte. Ich fasse den Entschluss nach Luxemburg zu fahren.

Auf dem Weg dahin bleibe ich vor Traben-Trarbach stehen, weil der Ort durch seine Beleuchtung schön schaurig aussieht und ich dies mit dem Fotoapparat unbedingt festhalten möchte.

Ganz allein fahre ich in den Morgen hinein. War es eben noch stockduster und Nacht, so ist es plötzlich hell und Tag. Dieser Übergang war recht flott und kaum bemerkbar.

 

Als ich in den Ort Ensch komme, hole ich mir vom Bäcker erst mal Brötchen und sehe gleichzeitig eine sehr praktische Örtlichkeit zum Duschen. Nun wird es sich zeigen ob das, was ich mir von der neuen Dusche verspreche, auch praktisch so gut um zu setzen ist.

 

Was soll ich sagen ? Es ist absolut perfekt ! Obwohl die Dusche ja nur 12 Volt hat, funktioniert sie bestens. Es macht regelrecht Spaß sie zu benutzen – wenn das Wasser nicht so sch***kalt wäre.

Die Wasserkanister hatte ich über Nacht in die Fahrerkabine gestellt. Da es aber nachts recht kühl war, ich merkte es ja beim Herausklettern aus dem Kasten, ist das Wasser in den Kanistern es natürlich ebenso. Ich brauche zum Duschen warmes Wasser. Irgendwie werde ich das schon irgendwo herbekommen...

Ich mache mich also auf den Weg nach Luxemburg.

Mein Navi lenkt mich für das letzte Stück Richtung Luxemburg auf die Autobahn und ich entschließe mich, dem Befehl zu folgen. Es herrscht recht wenig Verkehr und so stelle für andere kein großes Hindernis dar. Recht zügig bin ich dann in Luxemburg.

Ich fahre und gehe anschließend durch diese schöne und vor allem, sehr saubere Stadt. Egal wohin man schaut, alles ist sehr gepflegt und ordentlich. Gepflegte und phantasievoll angelegte Grünanlagen, saubere und ordentliche Hausfassaden sowie saubere Gehwege und Straßen reichen sich hier die Hand.

Schon im letzten Jahr, als ich mit der Ape von Frankreich nach Luxemburg kam, fiel mir diese Ordnung auf. Damals natürlich extremer als heute, da in Frankreich eine andere Kultur herrscht als in Deutschland und der Unterschied Frankreich - Luxemburg viel krasser ist als der Unterschied Deutschland - Luxemburg.

Hier einige Eindrücke:


Nachdem ich mir die Stadt angeschaut habe, fasse ich den Entschluss nach Trier zu fahren. Das ist nicht weit entfernt und liegt sowieso auf dem Rückweg. So denke ich zumindest. Dass Trier aber mittlerweile eine Art Festung geworden ist, in die man nicht so einfach hineinkommt, das weiß ich bis jetzt nicht.

Die Fahrt bis kurz vor Trier verläuft erwartungsgemäß problemlos. Doch dann kommt eine Baustelle. Eigentlich nichts Besonderes, da bei Baustellen überall eine Umleitung eingerichtet wird. So auch hier, es hat zumindest anfangs den Anschein. Ich folge der Umleitung, wie alle anderen Fahrzeuge auch, ein paar Kilometer und lande dann, wie etwa 20 andere Fahrzeuge auch, in einer Sackgasse. Alles muss wenden und folgt dann dem nächsten Umleitungsschild. Man kommt dann wieder an seinen Ausgangspunkt.

Ich vermute, dass ich etwas übersehen habe, obwohl ich es ausschließe, da ja auch alle anderen den gleichen Weg fahren. Ich folge vom Ausgangspunkt also erneut der ausgeschilderten Umleitung und lande genau dort wo ich schon vorher war. Es ist also klar - diese Umleitung wurde von einem Intelligenzbolzen eingerichtet. 

Das Problem ist nur, wie komme ich über die Mosel, um die Innenstadt zu erreichen ? Ich fahre auf die Autobahn auf und kreise Trier in einem großen Bogen ein. Am Ende lande ich dann an der Örtlichkeit, an der ich schon mal mit meiner weißen Ape nach Trier fuhr. Es war zwar nun ein tiersicher Umweg den ich fahren musste, aber - der Weg ist das Ziel !

Natürlich muss ich von der schwarzen Ape, wie ich es auch von meiner weißen Ape damals machte, ein Foto vor der Porta Nigra schießen. Ich positioniere sie also direkt auf dem Gehweg und mache mehrere Fotos. Aufregen darüber tut sich niemand. Wäre es ein "normaler" Pkw, wäre das wohl etwas anderes. Bei einer Ape aber ist die Toleranz der Leute bedeutend höher.

Hier zwei der Fotos:

Man achte auf den spiegelnden Lack:


Zu der Stadt Trier selbst gibt es nicht viel zu sagen. Schöne Stadt mit sehr schönen und interessanten Häuserfassaden und viel Tourismus. Hier nur einige Eindrücke:

Wie in jeder größeren Stadt, laufen natürlich auch hier die seltsamsten Figuren herum...






Nachdem ich Trier verlassen habe und mich wieder in Richtung Cochem begebe, schlägt der Tacho der Ape auf den nächsten Tausender um. Sie hat mich nun schon 8000 treue Kilometer begleitet, mir viel Freude bereitet, wir haben zusammen sehr viel erlebt und gesehen. Die Zuverlässigkeit beziffer ich mit 99,9 %. Schließlich waren da das abgefallene Zündkabel, der falsch verlegte Gaszug und das immer wieder herausrutschende Gummi des Fensters an der Fahrertür.

Ansonsten aber ist die Ape im absolut neuwertigen Zustand. Sie glänzt wie am ersten Tag. Die Lackqualität und die Lackierung sind top. Rost ist immer noch keiner vorhanden. Sie springt immer zuverlässig an, läuft schön rund, ist sehr sparsam im Benzinverbrauch. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei unter 6 Liter / 100 km. Wenn man so liest und hört was andere Api an Sprit verbrennen, dann sollten diese Fahrer sich nicht beklagen, sondern mal überlegen, ob der Benzinkonsum deren Ape an ihr selbst liegt oder auch am Fahrer liegen könnte. Schließlich ist die Ape kein Rennwagen, deren Gaspedal bis zum Anschlag getreten werden muss.

Ich benutze die Ape so wie sie für mich gedacht war; als Spaßmobil, mit dem ich gemütlich und ohne jegliche Hetze durch die Gegend fahre und genau dieses langsame und stressfreie Fahren mit ihr genieße. Langsames und behutsames Anfahren, gemütliches Schalten ohne dass es jedes Mal krachen muss, nie Vollgas, bei Bedarf rechts ran und irgendetwas anschauen. DAS ist für mich Ape fahren. 

Meine Ape will gepflegt und liebevoll behandelt werden. Schließlich ist sie auch nur ein Mensch...

Ich fahre natürlich an der Mosel entlang und durch deren unheimlich schöne und oftmals urige Dörfer. Kein Haus gleicht dem anderen. Die Gegend dort ist wirklich faszinierend und ich bin sehr gern dort. Allem voran natürlich mit der Ape. Wenn ich auch für jede Fahrt dorthin zwischen fünf und sechs Stunden benötige, so entschädigt mich die Natur jedes Mal für diese lange Fahrt dorthin.

Für mich zählt beim Ape fahren nicht das Ankommen am Ziel. Die Erholung beginnt vor der Haustür, wenn ich den Zündschlüssel umdreh und der 2-Takter startet. Dann ist das Erholung und der alltägliche Stress ist wie weggeblasen.

Ein paar Eindrücke der Rückfahrt von Trier:

 

Gegen Abend fahre ich in St. Aldegund hoch zu meinem geliebten Heinrich-Raulwing-Platz. Von dort oben bietet sich eine faszinierende Aussicht auf die schöne Natur und man hat hier seine absolute Ruhe. Niemand stellt Fragen die mich sowieso nicht interessieren, kein Lärm, keine Hektik, kein Stress. Hier ist einfach - nichts. Man ist selbst und kann völlig abschalten.

Auf dem Weg hierhin habe ich ein Geschäft angefahren und mir etwas zum Grillen gekauft. Ich werde also ganz allein, im Einklang mit der schönen Natur, dort oben sitzen, gemütlich grillen und beim Essen auf die Mosel runter schauen und mich an den Weinbergen erfreuen. Freier und zufriedener kann man eigentlich sein Abendessen nicht zu sich nehmen. Die Zeit ist dann eine Sache die zwar existiert, in diesem Moment aber eine Pause einlegt.

Kurz vor Eintritt der Dunkelheit suche ich mir einen geeigneten Platz zum Übernachten und werde ich Bullay fündig. Ich parke hier unter einem großen Baum direkt auf dem Parkplatz am Bahnhof ein. Zuglärm herrscht hier nachts eh nicht; und selbst wenn mal einer fahren sollte, durch die Isolierung des Kastens ist es in der Ape sehr leise.

Nach einem schönen und erfolgreichen Tag schlafen meine Ape und ich zufrieden ein und freuen uns auf den nächsten Tag.

 

Sonntag, 12.08.2012

Am nächsten Morgen, nach einer sehr ruhigen Nacht, fahre ich nach Ernst. Dort möchte ich duschen und etwas frühstücken. Die Dusche bereitet mir große Freude. Ihr Kauf war eine gute Entscheidung und ist für mich, nach dieser Tour, nicht mehr weg zu denken.

Das Wetter ist so toll, dass ich zwar im Kasten der Ape mein Frühstück zubereite, es aber auf einer Bank sitzend an der Mosel zu mir nehme.

Nachdem ich geduscht und ausgiebig gefrühstückt habe, fälle ich den Entschluss nach Cochem zu fahren, um dort noch ein bisschen zu bummeln.

Cochem selbst dürfte den meisten bekannt sein, so dass es sich nicht lohnt viele Worte über diese schöne Stadt zu schreiben. Für die anderen ein paar Fotos:

Auf dem Heimweg habe ich ein niederländisches Ehepaar vor mir, das augenscheinlich das Wochenende ebenfalls an der Mosel verbrachte, jedoch mit zwei sehr alten DKW- Motorrädern angereist war. 

 

Die Fahrt nach Hause war wieder erwartungsgemäß unproblematisch und führte mich durch  immer wieder bezaubernde Gegend. Da ich diesmal mein Navi einfach auf „Füßgänger“ umgestellt habe, wurde ich auch wirklich wie ein Füßgänger geführt. Da kam ich durch Gassen und Gegend, in der ich vorher noch nie war.

Zwischendurch sah ich einen Anhänger an einem Pkw angehängt, der sehr originell war.


Hier, kurz vor Bonn, wurde es dann endlich flacher und die Ape brauchte sich nicht mehr  anstrengen, um die Berge zu erklimmen.

Zu Hause angekommen, wurde der Tachoendstand der Ape fotografiert. Schließlich möchte ich ja wissen, wie lang die Tour insgesamt war.

Insgesamt habe ich auf dieser Tour 996 km zurückgelegt.

Der höchste Durchschnittsverbrauch dieser Tour lag bei 5,7 L / 100 km, der niedrigste bei 4,6 L / 100 km. Insgesamt hat meine Ape sich bei 5,96 L / 100 km Verbrauch eingependelt. Ein Wert, mit dem ich sehr zufrieden bin.

Die Tour verlief ohne jegliche Probleme. Die Ape zickte nicht einmal rum. Sie sprang immer sofort an und der Motor lief immer schön rund.  Das Wetter spielte ebenfalls bestens mit, so dass alles stimmig und diese Tour einfach klasse war.

Ich freue mich schon auf die nächste...